Rodordnung zwischen den Rodleuten zu Haitterwang und denen von Reutti. Gaudenz von Rosst, Pfleger zu Emnberg, vidimiert auf Bitte des Anton Gigele, Fischmeister zu Haiterwanng, Tanhaim und Malserhaid, am 25. Jän. 1638 den alten Rodbrief von 1530, welcher lautet: Kaufleute klagen, daß die Güter durch Tirol zu langsam geführt und in den Niederlagen nicht gut versorgt würden. Hingegen verlangen die Rodleute wegen Teuerung eine Aufbesserung des Fuhrlohnes. Daher verordnet die o.ö. Kammer, daß die Niederlage der Güter über den Fern herein in Haiterwanng verbleiben soll. Haiterwanng hat 33 Wagen und Reuti 49 Wagen zu halten und über den Fern, nach Nasareit oder Ymbst zu führen. Dazu haben H. fünf und R. sieben Rodführer jährlich neu zu nominieren. Bei Bedarf sind auch mehr Rodwagen bereitzustellen. Der Kaufmannsdiener oder Fertiger muß den Bietern zu R. und H. den genauen Bedarf an Rodwagen, die zu beladen sind, bekanntgeben. Die Bieter müssen die Rodleute noch vormittags verständigen, um die Rösser von der Alm zu holen, Die Fuhrleute müssen die Wagen unverzüglich beladen und sie in die Ballhäuser nach Nasereith oder Ymbst führen, ohne sie zu verlieren oder zu beschädigen. Der Kaufmann soll die Güter ziffernmäßig ordnen. Für jede Wagensaum nach Nassereith erhalten die Haiterwanger Rodleute 22 kr und nach Imst 32 kr Fuhrlohn. Dieser Lohn wird nach vorgebrachter Beschwerde um 1 kr bzw. um 2 kr erhöht. Dafür sollen in Haiterwanng eine Waage und ein versperrbares Ballhaus, trocken und wetterfest, errichtet werden. Von jedem geladenen Wagen im Ballhaus muß der Kaufmann je Nacht 1 kr bezahlen. Jeder durchgeführte Marktwagen muß für jedes Roß 4 kr Niederlaggeld entrichten. Dieses Geld hat ein ehrbarer, jährlich zu wählender Heiterwanger in eine versperrte eiserne Büchse zu geben, wozu die Rodführer zu Reutte, zu Heiterwang und die Obrigkeit je einen Schlüssel haben. Davon ist zu Weihnachten den Bietern die Belohnung vor je drei Zeugen zu geben. Kammergüter und Kriegsmaterial sind bevorzugt zu transportieren. Unterschriften: Rudolf Graf zu Sulz, Statthalter, Wilhelm Schürf Baidung, Kanzler von Tirol
Zwischen Reuti, Pfarre Praittenwanng, und der Gemeinde zu Haiterwanng, Pfarre Püechlpach, kommt es wegen strittiger Weide- und Waldgrenzen im Rauchalbly und auf der Homwanndt zu einer Neuvermarkung. Zur Tagsatzung treffen sich genannte Reuttener unter dem Ernberger Richter Hans Mayer samt Geschworenen am Ort Gurtten mit denen von Haittewanng namens Hans Weber, Oswald Muesawer, Adam Jäger, Jakob Gigl, Matheis Koch, Matthäus Pach, Jakob Muesawer, Mang Hosp, Martin Humpp, Hans Wild und Hans Miller, alle Haiterwanng, sowie Jakob Klainhans von Püechlpach. Beginnend am Rauchalbliskopf werden genannte Marksteine beschrieben, verbessert, erneuert und durch weitere Kreuzzeichen von Hans Schneller aus Pflach markiert. Die wichtigsten Grenzpunkte sind: der Schlelgwelze gegen den Klauswald, gegen das Rauchalblistal, im Schratental (Scharrtental), nach der Hornwand, herum auf die Hayrenwand, in der Grueb und hinaus auf das Lichte Egg, in den lichten Weißen Schroten. Wegen der großen Distanz werden mehrere neue Marken gesetzt und beschrieben. Im Ryntal enden die Almrechte von Reuti und Haitterwanng. Viele strittige Steine werden für ungültig erklärt. Innerhalb genannter Grenzen, einschließlich der Hütte zu Gligerle hat Heiterwang seine Weiderechte, doch darf Reutte die Weide auf der Hornwand bis zur Schleglwelze besuchen. Die Kosten dieses Vergleichs sind je zur Hälfte zu tragen. Forst- und Jagdrechte des Landesfürsten werden durch diesen Vergleich nicht berührt. Siegler: Hans Mayr, Richter zu Emberg Spruchleute: Jakob Petter, Waldmeister zu Ehrenberg, Benedikt Weissenpach und Georg Reinprecht, Gerichtsschreiber zu Ehrenberg
Die Nachbarschaft Haiterwanng verkauft an David Hag (Hagen), kaiserlicher Hofkammerrat und Inhaber der Herrschaft Werften und Maut, für das Messinghüttwerk am Stainenberg in Pflach mit Zustimmung Erzherzog Ferdinands zu Österreich den Wald am Taurer See im Gericht Ehrenberg um 6000 Gulden mit der Verpflichtung der Abholzung nach 40 Jahren zum Nutzen der Pfarre Bichlbach und zur Erhaltung eines Kaplans in Haiterwanng. Genannte Personen: Balthasar Gügel, röm. kaiserl. Majestät Fischer und Seehüter, Matthäus Seiz, Posthalter, Mang Hosp, Hans leger, Zacharias Maldanner, Sebastian Geschwendt und Georg Müller, alle zu Haiterwang; Georg Frannckh, Gerichtsschreiber, Jakob Petter, Forstüberreiter und Waldmeister zu Ehrenberg. Siegler: Hans von und zu Winkelhofen etc. Pfleger zu Ehrenberg Zeugen: Hans Stöckher, Daniel Klainhannß, Veit Keller und Adam Stockher, Tobias Lermichkheimer, Verweser des Messinghüttwerkes in Pflach
Nachdem David Hag(en) vor 6 Jahren von der Nachbarschaft Heiterwang der Wald am Tauren See im Gericht Ehrenberg um 6000 Gulden unter der Bedingung, denselben nach 40 Jahren abzuholzen, verkauft wurde, und er inzwischen dafür 3450 Gulden samt 100 Gulden Leitkaufbar bezahlte, ging dieser Wald nach dem Tode des David Hag(en) auf dessen Sohn Rudolf Hag(en) über. Dieser schuldet noch 2750 Gulden wovon er 1050 Gulden bar erlegt und den Rest von 1700 Gulden in zwei Fristen, samt 120 ft Zinsen zu zahlen hat. Rudolf Hag(en) machte sich erbötig, das ausständige Geld unter einmal zu bezahlen. Unter Burckhardt Layman von und zu Eiebenau, Pfleger der Festung und Herrschaft Ehrenberg wurde am 16.7.1603 vereinbart, daß Rudolf Hag(en) der Nachbarschaft Heiterwang 1820 Gulden bar zu erlegen hat, welchen Empfang die Nachbarschaft Heiterwang bestätigt. Der Wald ist vom 16. 7. 1603 an in 40 Jahren abzuholzen. Siegler: Burckhardt Laymann etc., Pfleger zu Ehrenberg Zeugen: Balthauser Gügel, Fischer und Seehüter zu Heiterwang, Matthäus Seiz, Postverwalter, Jeremais Maldaner, Oswald Raminger und Friedrich Werner, alle zu Heiterwang
Jakob Klainhans, derzeit Gerichtsanwalt, Peter Hosp, Dorfmeister, Peter Kupprian, Kirchpropst, Jakob und Hans Jäger, Gebrüder, Michael Mayr, Schmied, und Hans Rainer in der Au, alle zu Bichlbach, und Matthäus Seiz, Wirt und Gastgeborene Georg Schüsstl, Adam Recheiß, Hans Gramer und Kaspar Schuester, auf der Leen und zu Wängle der Pfarre Bichlbach im Gericht Ehrenberg, als Ausschuß der beiden Drittel Bichlbach und Lähn, bestätigen, von der Nachbarschaft Heiterwang für die St. Lorenzkirche anläßlich der neuen Pfarrerichtung in Heiterwang, von Bichlbach 1100 Gulden Ablöse erhalten zu haben. Auch die jährlichen 5 Gulden Zinsen von diesem Geld an das Urbar der Kirche von Bichlbach brauchen die Heiterwanger nicht mehr zu bezahlen. Siegler: Burckhardt Laymann von und zu Liebenau, Ehrenheim und Steinenberg, Hauptmann und Pfleger der Festung und Herrschaft Ehrnberg. Viertelhauptmann im Oberinntal und Inner- und Außerthor, und Jakob Khlainhans. Siegelbitte an: Josef lasch, derzeit Richter zu Ehrnberg Zeugen: Wilhelm Leüth, Gerichtsschreiber zu Ehrnberg, Georg Pfeffer, Bürger und Gerichtsredner zu Reutte, Cristoph Klainhanß, Wirt und Gastgeborenezu Bichlbach und Hans Gusst, genannt Fürsst zu Lermoos, alle im Gericht Ehrnberg seßhaft
Vergleichbrief für etliche Nachbarn zu Haitterwang anläßlich der Ausstückung von Grundstücken. Burghard Layman von Liebenaw, Pfleger der Festung und Herrschaft Emberg, bekundet, daß die Gemeinde des Dorfes Haiterwang vor einigen Jahren eine eigene Pfarrkirche errichtet und sich von der Pfarre Püechlpach abgekauft habe. Dadurch haben sich viele eine Schuldenlast aufgebürdet. Daher wird ihnen eine Grundausstückung bewilligt (Kammerbefehl vom 1. Juli), um die Schulden zu bezahlen und den Pfarrer erhalten zu können. Laut Insert sind vom Grunderlös 150 Gulden für Schulden und der Rest von 270 Gulden für den Pfarrer in Gülten anzulegen, sowie 1 Gulden Grundzins in das Pflegamt zu entrichten. Vor Wilhelm Leitl, Gerichtsschreiber, Christoph und Hans Peter, Forstüberreiter, Hans Hager zu Piechlpach, Anwalt, Anton Gigeis, Hoffischer, Matthias Senn (?), Posthalter, Georg Meßmer, Sebastian Gschwendt und Martin 14 /Heilerwang Told, Dorfmeister zu Haiterwanng, wird die Aussteckung der Gründe vorgenommen für: Elias Jäger, Wirt, Christian Solderer, Anwalt, Jakob Rammlsten, Zacharias Gschwendt, Schmid, Kaspar Hosp, Mesner, Hans Hafner, Elsbeth Kramer, Wwe., Christoph Kramer, Mang Konrad, Ulrich Hennggi, Georg Daiser, Rädermacher, Andrä Niggl. Jakob Perchtold, Georg Teschler und Georg Kramer, Georg Koch, Hans Wörle, Kaspar Üblher, Martin Told, Balthasar Gigl, Georg Cramer, Hans Rauch, Georg Hosp, Georg Mesmer, Georg Conrad, Matthäus und Adam Jäger, Matthias Gigl, Georg Stricker, Hans Rauscher, Bartlmä Cramer, Bartlmä und Adam Radi sowie Georg Lenpach. Die meist kleinen Gartengrundstücke werden mit ihren Maßen und den Anrainern beschrieben. Siegler: Burghard Laymann, Pfleger zu Emberg
Vergleich zwischen Haitterwanng als Kläger und einigen Perwanngem als Beklagte wegen eines Holzschlags in der Melkalpe. Anton Gügele, Fischmeister, Hans Seiz, Postmeister, Jakob Jäger, Anwalt, und Georg Koch als Ausgeschossene für Haiterwanng klagen Jeremias Glezl, Salomon Strelle, Jakob Konrad, Georg Glezl und Hans Hosp auf Perwanng, weil diese eine ziemliche Anzahl Stämme niederhackten und dadurch die Weide der Melkalpe verwüsteten. Als Schadenersatz für die Verwüstung erhalten die Haiterwannger 8 Gulden Als Strafe an die Herrschaft sind 4 Gulden zu bezahlen, weiters 3 Gulden an Unkosten an die Obrigkeit. Wegen der 'Verhackung' haben die Perwannger um Verzeihung gebeten. Siegler: Hans Zehenndtner, Richter der Herrschaft Emberg Zeugen: Hans Mößmer als Beisitzer
Hans Zehendtner, Richter zu Ehrenberg, beurkundet auf Bitte der Gemeinde der Pfarre Haiterwang den Vergleich vom 29. Mai 1643 zwischen der Gemeinde und ihrem Mitnachbam Georg Mesmer sen. Beklagter Mesmer wird in dem inserierten Vergeleich aufgefordert, den auf seinen Gütern aufgeworfenen Graben und die gemachte Einzäunung wieder zu beseitigen, um die Frühjahrs- und Herbstweide nicht zu behindern. Dieser Vergleich wurde vom Ehrenberger Pflegsverwalter Anton von Rosst vor genannten Vertretern von Haiterwang Mathias und Georgias Jäger, Jakob Konrath, Hans Weirather sen., Hans Radi und Jakob Gigl geschlossen. Siegler: Hans Zehendtner, Richter zu Ehrenberg
Anno 1649 wurden der Gemeinde Haiterwang der ganze Mühlbichl und verschiedene Flecken Grund bei ihren Häusern, sowie das Stück am Achfeld ausgesteckt und verliehen. Dafür sind an das Pflegamt Ehrenberg 1 Gulden 15 kr Grundzins und an das Liebfrauen-Gotteshaus zu Haiterwang 1 Gulden 17 kr Afterzins zu entrichten. Überdies ist die jährliche Wildbretfütterung dem Obristjägermeisteramt oder in dessen Namen dem Ehrenberger Forstüberreiter ein Fuder Grummet im Wert von 4 Gulden 20 kr zu reichen.
Markungsbrief für den Emberger Schloß- und Klausenwald. Auf Anordnung des Franz Karl vom Rosst, Pfleger der Festung Emnberg, soll die Grenze des Clausenwaldes durch Hans Zwerger, Forstüberreiter, Hans Konrad Pfaundler, Zöllner an der Emberger Klause, und Hans Jakob Azger, Kapitänleutnant, in Gegenwart des Jakob Köpf], Bürgermeister im Markt Reiti, Paul Albel, Bürger und Forstüberreiter, Leonhard Herr aus Praitenwanng als Säckelmeister, Georg Lagger von Ehenpichl, Peter Zwerger, Forstknecht, Anton Seuz, Postmeister von Haiterwanng, Hans Peter, Forstknecht von Piechlpach, Christian Wagner, Anwalt von Lermoß, am 2. Juli 1672 besichtigt, renoviert und beschrieben werden. Es werden 169 Grenzmarken beschrieben (vgl. Markbrief von 1696 und 1710). Siegler: Franz Karl von Rosst, Pfleger und Kommandant der Festung und Herrschaft Emberg
Protokollabschriften über zu verhandelnde Wustungen, Steuern und Fron- fuhren, welche von den Gerichtsausschüssen des Lechtales im Gericht Emberg vorgelegt wurden. Vor dem Pfleger, weiters Hans Konrad Pfaundler, Zöllner an der Emberger Klause, und Johann Pfaundler, Gerichtsschreiber, wird den Ausschüssen eine gütliche Einigung oder eine gerichtliche Erkenntnis anheimgestellt. Weiters geht es um die Tobias-Kellerische-Forderung, 50 fl Almosen, Servisgeld für die Spaurischen Soldaten aus dem Jahre 1667, um die Reisekosten des Franz Keller und des Anwalts Wagner, sowie um Leutnant Azgers Militärgewehr. Folgende Abgeordnete des gesamten Lechtales nehmen dazu Stellung: Anwalt Kaspar Loefer, Balthasar Schwarz zu Filmen, Christian Egger zu Elbigenalp, Christian Gramaiser zu Högerau, Kaspar Weissenpach im Heßlgeer, somit alle sechs Drittel des Lechtales. Bezüglich der verrichteten Fuhren beziehen sie sich auf den Rezeß vom 12. und 13. Dez. 1674 und lassen sich auf keinen Disput ein. Zu den weiteren Punkten äußern sich von der Pfarre Praitenwang genannte Vertreter u.a. von Haiterwang Kaspar Köpfl, Anwalt, und Hans Glezl.
Verleihungsbrief über die Grundausstückung in der Gemeinschaft Haiterwang. Paris Graf Lodron verleiht als Obristjägermeister zu Ynnsprugg von Amts wegen der ehrsamen Gemeinde und Nachbarschaft zu Haiterwang, Gericht Ehmberg, folgende Flecken Grund: die Tiefe Lacken, ob dem Einfang, ob dem Achfeld, neben dem Achfeld, bei Rauschers Behausung und den Unterteil (?) mit genannten Grenzen und Anrainern gegen einen Jahreszins von 4 Gulden 25 kr zu Martini. Siegler: Paris Graf Lodron, Obristjägermeister der fürstlichen Grafschaft Tyrol
Markungsbrief für den Emberger Schloß- und Klausenwald. Auf Anordnung des Franz Karl von Rosst zu Aufhofen und Kelburg, Kommandant und Pfleger der Festung und Herrschaft Emberg, wird die Neuvermarkung durch Johann Zwerger, Waldmeister, Martin Zwerger, Forstüberreiter, im Beisein des Johann Konrad Zeiller, Bürgermeister im Markt Reiti, Mathes Brunhueber, Ratsbürger, Georg Lagg, Hans und Peter Zwerger von Ehenpichl, Michael Jeger, Anwalt, Christoph Kolpp, Georg und Matheis Weirater, alle Haiterwang, Christian Rainer und Hans Koch von Piechlpach und Matthias Hosp von Lermoß am 19. Juni vorgenommen. Die erste Mark beginnt in der Kanz Raite bei der Landstraße. Insgesamt werden 172 Grenzpunkte besichtigt, markiert und renoviert (vgl. Markbriefe von 1672, 1696 und 1710). Die letzte Mark befindet sich beim Loßfeir. Die nächste Markungserneuerung soll in zehn Jahren erfolgen. Siegler: Franz Karl von Rosst, Pfleger zu Ernnberg
Steuerquittung für die Gemeinschaft zu Haiterwang. Unterfertigter Steuereinnehmer Reinhardt bestätigt, daß er zum Steuertermin auf Georgi 94 Gulden 30 kr Ordinari- und Extrasteuer durch Johannes Mosauer und Georg Pechtold erhalten habe.
Vor Johann Gaudenz Baron von Rosst, als Pflegamtsvertreter, weiters Johann Pfaundler, Gerichtsschreiber, Georg Leuprechtsmayr von Asch und Johann Paur klagt die Bürgerschaft des Marktes Reiti und der umliegenden Orte der Pfarre Praitenwang gemeinsam mit Francis Keller gegen die Gemeinde Haiterwanng, welche jedoch auf drei Terminvorgaben nicht reagiert. Gerichtsdiener Michael Seuitner verkündet daher die Tagsatzung öffentlich vor der Amtsbehausung zu Emnkeimb, worauf von den Beklagten niemand erschien, weshalb in Abwesenheit die Erkenntnis ergeht, daß lt. Vertrag vom 14. Aug. 1598 eindeutig hervorgehe, daß der Albelebach am Gebirg am Spiß vom Joch herab bis an den Haiterwanger See die Grenze zwischen Reiti samt der Pfarre Praitenwang bilde. Der am 8. Juli vorgenommene Augenschein hat ergeben, daß die Pfändung der Rösser am Spißalbl durch die Reuttener rechtens war. Im Nachbescheid vom 24. Juli werden die beklagten Haiterwanger neuerlich geladen, um die gepfändeten zwei Rösser auszulösen, doch zeigen sie weiterhin Renitenz. Daher werden diese mit 90 Gulden taxiert. Davon gehen 30 Gulden an das Gericht, 59 Gulden 46 kr zur Schadensgutmachung an Reutte und 28 Gulden 10 kr an Pfändungskosten. Die Rösser sind nunmehr Eigentum der Reuttener, die von den Beklagten zusätzlich noch 17 Gulden 56 kr zu erhalten haben.
Grenzerneuerung zwischen der Pfarre Praitte Wang und der Pfarre Haiterwang im Gebiet des Rauchelble. Zwischen Bürgermeister und Rat von Reiti, Pfarre Praitewang (außer Pflach) einerseits und der Gemein der Pfarre Haiterwang anderseits kommt es anhand des Pergamentlibells vom 22. Juli 1578 (vgl. Urk. Nr. 14/2) bei der Hornwand wegen Holz- und Weiderechten zu einer Renovierung der Marken, um Streitigkeiten vorzubeugen. Unter Waldmeister Johann Zwerger und Forstknecht Peter Zwerger kommt es mit Bürgermeister Georg Herr, Konrad Zeiller, Georg Niggl, alle von Reiti, und den umliegenden Orten der Pfarre Praitewang einerseits und denen von Haiterwang namens Michael Jeger, Anwalt, Hans Weirater, Schmied, Hans Perchtold, Christian Schweiggl und Hans Niggl anderseits zur Grenzerneuerung. Beginnend beim herrschaftlichen Klauswald werden die Grenzen nach dem Markbrief von 1578 neu bestimmt. Der 21. und letzte beschriebene Grenzstein steht bei Weisse Leillach. Gleichzeitig wird den Heiterwangem aufgetragen, den Viehübertrieb in die Pfarre Praitenwang lt. Urkunde vom 9. Aug. 1585 zu unterlassen. Künftig soll diese Grenze alle 20 Jahre renoviert werden. Siegler: Franz Karl Freiherr von Rost, Pfleger zu Emberg Zeugen: Martin Härting, Anwalt, Martin Zwerger, Matheis Rauscher