Kaltenbach hat den modernsten Knotenpunkt für öffentlichen Nahverkehr im Zillertal. Bei der offiziellen Eröffnung und Segnung wurde klar, dass es entlang der Bahnstrecke noch viel zu tun gibt.; Gut Ding braucht Weile. Und mitunter auch viel Geld. Beides trifft auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Zillertal zu. Zehn Jahre vergingen von der Unterschrift unter den Verkehrsdienstvertrag zwischen den Zillertaler Verkehrsbetrieben und dem Verkehrsverbund Tirol, welcher die Weichen für einen halbstündigen Takt der Zillertalbahn stellte, bis zur kompletten Umsetzung. Gestern wurde bei der offiziellen Eröffnung des Bahnhofs Kaltenbach als moderner Knotenpunkt für den öffentlichen Verkehr dieser Meilenstein gefeiert.; Der für den Halbstundentakt zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke sei ein „noch nie dagewesener Fall für eine Schmalspurbahn“, erklärte Zillertalbahndirektor Wolfgang Holub. Kosten, die den Rahmen fast gesprengt hätten und Widerstände wegen Grundinanspruchnahmen zwischen Ramsau und Kaltenbach prägten die Umsetzungsphase. „Da mussten sich einige Bürgermeister Beschimpfungen gefallen lassen. Aber am Ende einigten wir uns mit allen Grundbesitzern bis auf einen, der enteignet werden musste. Allerdings ging es um einen vergleichsweise kleinen Wert von 7000 Euro“, schilderte Holub.; 20 Millionen Euro verschlang das Gesamtprojekt, das neben dem Gleisausbau das Entschärfen von Eisenbahnkreuzungen, neue Fahrzeuggarnituren, zwei neue Haltestellen und Fußgängerunterführungen, ein computergesteuertes Zugleitsystem und dynamische Fahrgastinformation beinhaltet. Es gebe da noch einige finanzielle Lücken, die mit Bund und Land noch geschlossen werden müssen, sagte Holub. Dass die Investitionen Sinn machen, untermauerte Holub mit steigenden Fahrgastzahlen der Zillertalbahn.; Christian Molzer, Leiter der Abteilung Straßenbau der Landesregierung, betonte, wie wichtig es sei, im Bereich Verkehr - sei es Straße oder Schiene - an einem Strang zu ziehen. „Ich würde mir mehr solche Synergien auch im Bereich der Finanzierung wünschen, damit manche Dinge schneller verwirklicht werden können.“ Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner betonte, das Zillertal sei, was den Ausbau des öffentlichen Verkehrs anbetrifft, noch immer eine Großbaustelle, auf der es noch sehr, sehr viel zu tun gebe. In Mayrhofen, Ramsau, Zell und Fügen müssen die Bahnhöfe ebenfalls zu modernen Verkehrsknotenpunkten umgebaut werden. Die Elektrifizierung der Zillertalbahn ist ebenfalls in Zukunft geplant. Standortbürgermeister Klaus Gasteiger war die Freude über den modernen Kaltenbacher Bahnhof ins Gesicht geschrieben. 2135 Menschen seien an einem Spitzentag im Februar am Bahnhof gezählt worden. Den Bahnhof Kaltenbach zeichnen nun neue Bus und Bahnsteige in behindertengerechter Ausführung mit zwei Wartehäusern und GratisWLANEmpfang aus. Abgerundet werden die Umbaumaßnamen mit 25 neuen Park+RideStellplätzen, Fahrradabstellplätzen mit Ladeanschlüssen für EBikes sowie breiten Gehsteigen.;
Sans titreZillertalbahn-Direktor Wolfgang Holub wirft der Achenseebahn vor, ihm mit Dumpingpreisen Kunden abspenstig zu machen. Bernhard Marchi dementiert und verweist auf umfangreiche Marketingmaßnahmen.; Wenn Zillertalbahn-Direktor Wolfgang Holub über seinen Dampfzug spricht, kommt er sprichwörtlich wie die alte Lok ins Schnaufen. Der Grund: großer Personalaufwand, zu hohe Kosten bei zu wenig Einnahmen bzw. Fahrgästen. Den teuren Dampfzug leiste man sich aus Imagegründen. Inzwischen, wie berichtet, in abgespeckter Form - so fährt der Zug u. a. nur noch einmal statt zweimal täglich -, um insgesamt 150.000 Euro einzusparen. Doch selbst das reicht nicht aus. Der Nostalgiezug dampft noch immer in den roten Zahlen.; „Eine Dampfzugfahrt von Jenbach bis Mayrhofen und retour kostet uns zirka 3200 Euro. Wir haben derzeit jährlich rund 47.000 Fahrgäste und bräuchten die doppelte Menge“, erklärt Holub und nennt ein weiteres Beispiel zur Veranschaulichung: Der Silvesterzug schlage mit 12.000 Euro zu Buche, bei Erlösen von 2500 Euro. Auch bei zahlreichen weiteren touristischen Veranstaltungen wie den „Tagen des offenen Tales“ zahle man drauf.; Daran, dass die Fahrgastzahlen, die im Jahr 2000 noch bei mehr als 97.000 jährlich lagen, so gesunken sind, seien laut Holub mehrere Faktoren schuld. „Der Individualgast gibt weniger aus und fährt nur noch kurze Distanzen. Ebenso verhält es sich bei den Reisebüros. Früher war auch im Pauschalangebot die Dampfzugstrecke Jenbach-Mayrhofen inkludiert, jetzt kurze Distanzen wie Jenbach-Fügen“, sagt Holub und gibt zudem seinem Nachbarbetrieb, der Achenseebahn, eine Mitschuld am Passagierschwund der Zillertalbahn. „Die Achenseebahn fährt bei Reisebüros zum Teil mit Dumpingpreisen und nimmt uns Kunden weg“, kritisiert Holub.; Achenseebahn-Direktor Bernhard Marchi ist ob dieser Kritik äußerst überrascht. „Das ist mir völlig neu. Wir schauen, dass wir unsere offiziellen Tarife so oft wie möglich einhalten“, sagt er. Wenn ein Reisebüro öfter komme, bekomme es Preisnachlässe, räumt Marchi ein. Aber er wisse nicht, welche Kunden er der Zillertalbahn abspenstig gemacht habe. Seine Zahnradbahn schreibe eine schwarze Null - seit Jahrzehnten. Dabei ist auch dieser Nostalgiezug personalintensiv und kommt (außer für die Infrastruktur) ohne Subventionen aus.; Dass Marchis Zugpferd kein finanzielles Sorgenkind ist, kommt allerdings nicht von ungefähr. „Wir haben zwar nur ein Marketingbudget von 50.000 bis 60.000 Euro. Aber man muss im Bereich Marketing ständig am Ruder bleiben und raus aus dem Büro zu den Menschen“, meint Marchi. So reise einer seiner Mitarbeiter in Zuguniform drei Monate lang durch Tirol, Bayern und Südtirol von einem Reisebüro zum anderen. Eine weitere Mitarbeiterin vermarkte die Achenseebahn direkt im Zillertal. Auch die Homepage werde laufend neu gestaltet.; Dass mit dem Zillertaler Dampfzug eine Nostalgiebahn, die durch das wohl bekannteste und mit jährlich sieben Millionen Nächtigungen tourismusintensivste Tal Österreichs fährt, unter Fahrgastmangel leidet, wundert viele. „Im Bereich Marketing besteht hier auf jeden Fall Handlungsbedarf“, meint der Mayrhofner Tourismusverbandsobmann Andreas Hundsbichler.; Zwar bewerbe man den Zillertaler Dampfzug in fast allen Tourismusprospekten des Tales, aber beim Marketing gebe es noch viel Potenzial - unter anderem im Bereich Kongresstourismus. Zudem sollten Synergien besser genutzt werden, meint Hundsbichler.; Über das Thema Marketing werden die Verwaltungsräte der Zillertal Tourismus GmbH mit der Führung der Zillertalbahn am morgigen 5. September diskutieren. Hauptgrund für das Gespräch ist allerdings der von Holub gewünschte Zuschuss der Touristiker für den Dampfzugbetrieb. Er soll sich im Bereich von 150.000 Euro bewegen. Denn ohne dieses Geld geht dem Zug endgültig der Dampf aus. Und das will niemand.;
Sans titreTouristiker und Bahn-Vertreter wollen bis Herbst eruieren, wie das 150.000 Euro große Dampfzug-Loch gestopft werden kann.; „Alles wurde angesprochen und alles ist anzudenken.“ So bringt Zillertalbahndirektor Wolfgang Holub den Verlauf der Sitzung auf den Punkt, bei der die Vertreter der vier Zillertaler Tourismusverbände und der Zillertal Tourismus GmbH (ZTG) mit jenen der Zillertaler Verkehrsbetriebe das Dampfzug-Problem besprochen haben.; Wie berichtet, fehlen im Zillertaler Dampfzug-Betrieb 150.000 Euro (das entspricht rund 16.000 Fahrtickets), um die Nostalgiebahn aus den roten Zahlen zu fahren. Der Bahnchef wandte sich in seiner Not an die Tourismusverbände. Denn bisher erhält das beliebte Fotomotiv der Urlaubsgäste keine Zuschüsse seitens der Touristiker. Und auch jetzt soll es mit einfachen Zuschusszahlen nicht getan sein. Im Gegenteil:; Ein Arbeitskreis, bestehend aus TVB- und Bahnvertretern wird in den nächsten Wochen den Dampfzug-Betrieb genau unter die Lupe nehmen und eruieren, ob und wie es möglich wäre, 16.000 zusätzliche Fahrgäste in dem Tal, das im Sommer 2,2 Millionen Nächtigungen zählt, zu lukrieren. „Vielleicht wird es jemanden im Management oder im Marketing unterstützend benötigen. Das wird der Arbeitskreis entscheiden“, meint Fügens TVB-Obmann Ernst Erlebach als ZTG-Verwaltungsratsvorsitzender. Er meint: „Ich glaube, dass es großteils am Marketing liegt.“; Der Dampfzug fährt im Sommer morgens nach Mayrhofen. Von dort aus absolviert er seit einem Jahr als „Schnupperdampfzug“ eine Kurzstrecke nach Aschau und retour nach Mayrhofen. Am Nachmittag fährt er zurück nach Jenbach. 4600 Schnuppertickets wurden 2012 verkauft. „Das ist nicht berauschend“, gibt Holub zu. Geworben habe man aber reichlich. Der uniformierte Mitarbeiter, der, wie berichtet, für die Achenseebahn die Reisebüros im deutschsprachigen Raum abfahre, sei u.a. auch für die Zillertalbahn unterwegs.; Weil die 150.000 Euro Miese mit Sommer 2014 wieder anfallen würden, „muss spätestens Ende Oktober ein Ergebnis auf den Tisch“, betont Erlebach. Holub: „Mir sind alle Mittel recht, die zu einem positiven Ergebnis führen.“
Sans titreDie Gemeinden müssen jetzt 50 Prozent der Errichtungs- und Erhaltungskosten von sicheren Schrankenanlagen zahlen. Dagegen wehren sich auch in Tirol viele Orte. Für sie geht es um Millionen.; Für den österreichischen Gemeindeverband ist nun der Verfassungsgerichtshof am Zug. Dort soll festgestellt werden, ob die Verordnung zur Sicherung von Eisenbahnkreuzungen des Infrastukturministeriums rechtens ist. Für die Kommunen ist das so etwas wie ein letzter Strohhalm. Sie fürchten sich vor Kosten in Millionenhöhe. Auch in Tirol sind etliche Orte von der Verordnung betroffen.; „Wir müssen in den nächsten Jahren wohl 24 Eisenbahnkreuzungen mit einer Lichtzeichen- oder Schrankenanlage ausrüsten“, sagt Wolfgang Holub, Chef der Zillertalbahn (ZVB). Insgesamt neun Millionen Euro würde das alleine im Zillertal ausmachen. Kosten, die zwischen dem Bahnunternehmen und den Straßenerhaltern (Land oder Gemeinde) geteilt werden müssen - sofern keiner freiwillig mehr zahlen will. Und Freude hat keiner damit. „Dazu kommen dann noch die höheren Erhaltungskosten pro Jahr von rund 120.000 Euro für die Bahnbetreiber“, sagt Holub. Das sei weder für die Gemeinden im Budget unterzubringen, noch für die ZVB ohne Investitionsprogramm der Gebietskörperschaften zu stemmen.; Günther Fankhauser, Bürgermeister von Mayrhofen und Vizepräsident im Gemeindeverband, muss in seinem Ort ebenfalls Bahnübergänge sichern. Einige habe man schon gemacht. Andere stünden noch aus. „Dass da Kosten wieder auf die Gemeinde abgewälzt werden, wird sich aber nicht spielen. Hier ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen.“ Viele Ortschefs kritisieren zudem, dass sie kein Mitspracherecht haben und einfach nur zahlen müssen. Auf einige Kommunen kommt so nicht nur ein finanzieller Kraftakt zu. Bei den beengten Platzverhältnissen entlang der Bahntrasse im Tal ist eine Sicherung oft noch aufwändiger.; Doch nicht nur im Zillertal gibt es das Problem. 1400 ungesicherte Übergänge sind österreichweit betroffen. In Tirol sind es knapp 100, alleine im Außerfern 66. „Das Ziel lautet, bis 2019 dort die Hälfte der 66 bestehenden Eisenbahnkreuzungen zu reduzieren“, sagt Rene Zumtobel, Sprecher der ÖBB. Zudem soll es künftig eben nur noch mit technischen Mitteln gesicherte Bahnübergänge geben. „Damit entfallen nach kompletter Umsetzung auch die von den Bürgern ungeliebten ‚Pfeifsignale’“. Seitens der ÖBB erklärt man, „im Einklang mit den Gemeinden nach praktikablen und finanzierbaren Lösungen zu suchen“. Es werde auch immer versucht, eng aneinandergereihte oder schwach frequentierte Bahnübergänge aufzulassen. Das spare Kosten.; Das Verkehrsministerium wies die Kritik des Gemeindebunds an der Eisenbahnkreuzungsverordnung bereits mehrfach zurück und spricht von einer „Reihe von Fehlinterpretationen“. In erster Linie gehe es um die Sicherheit.; Im Vorjahr starben in Österreich 15 Menschen bei Unfällen auf Eisenbahnkreuzungen, 32 wurden schwer und 50 leicht verletzt. In Tirol gab es im Zillertal mehrere Unfälle an Kreuzungen. Dank der verstärkten technischen Absicherung in den letzten Jahren sei die Zahl der Unfälle bereits deutlich zurückgegangen, rechnet das Ministerium zusätzlich vor. 2007 waren es noch 191 Kollisionen mit 31 Toten und 91 Verletzten.; Der Gemeindebund will in einem weiteren Verfahren die allenfalls bestehenden Kostenübertragungspflichten geltend machen. Zuerst müsse noch die vor vier Wochen eingebrachte Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof abgewartet werden.; Sichere Bahnübergänge; Die Verordnung: Bei der EKVO neu (seit September 2012) geht es vor allem um drei wichtige Punkte: 1. Die bestehenden Kreuzungen werden auf den neu gültigen Sichtwinkel und die Hörbarkeit von Zugsignalen überprüft. 2. Die Fußgänger bekommen mehr Zeit zum Überqueren der EK, dadurch müssen Sperrzeiten bzw. Annäherungszeiten der Züge angepasst werden. 3. Viele der Bahnkreuzungen, die durch Stopptafel und/ oder Andreaskreuz gesichert sind, müssen eine neue und höhere Sicherung bekommen. Nach wie vor besteht die Möglichkeit, dass eine Kreuzung auch ohne technische Sicherung in Betrieb bleibt. Und zwar dann, wenn der Sichtraum, die Annäherung der Züge und die Hörbarkeit der Zugsignale (bei reduzierten km/h) der neuen EKVO entsprechen. Die Kosten von gesicherten Anlagen sind enorm. Zwischen 200.000 und 250.000 Euro kostet ein derartiges Projekt.; Viel passiert: In Tirol blieb man in den letzten beiden Jahren entlang von ÖBB-Strecken von Zusammenstößen Zug/Pkw verschont. Im Zillertal gab es mehrere Zusammenstöße, die allerdings nicht unbedingt alle mit einer Sicherungsanlage zusammenhingen.;
Sans titreDie Elektrifizierung der Zillertalbahn wird bereits ernsthaft diskutiert. Der bisherige Bahnchef Wolfgang Holub geht im nächsten Jahr in Pension. Für den Vorstandsposten gab es anfangs 56 Bewerber.; Die letzte offizielle Amtshandlung von Wolfgang Holub, dem Vorstand der Zillertaler Verkehrsbetriebe AG, wird wohl die Fahrt mit dem Silvesterzug 2014 sein. Dann wird der Bahneler durch und durch, der 20 Jahre Vorstand war, seinen Schreibtisch an seinen Nachfolger übergeben. Wer das sein wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Jedenfalls meldeten sich genau 56 Bewerber. „Auch vor 20 Jahren, als ich dafür kandidierte, gab es mehr als 70 Bewerber“, erinnert sich der Bahnchef, der im wahrsten Sinne des Wortes noch Weichen für die Zukunft stellen will.; „Ich bin mit den Bahnen aufgewachsen. Schon mein Vater war Werkstättenleiter bei der Zillertalbahn. Ich habe bei der Achenseebahn gejobbt, war Studienassistent am Institut für Eisenbahnbau an der Uni Innsbruck, wurde später ZB-Werkstättenleiter und habe mir bei der Zillertalbahn einen Lebenswunsch erfüllt“, erklärt der Bahnchef im Zeitraffer entscheidende Stationen. Und wichtig war dabei die Einbindung in den Verkehrsverbund. Dass im Jahr 2001 mit 450.000 Tonnen an Gütern ein Spitzenwert erreicht wurde, freut ihn: „Das war mehr als das Doppelte der Tonnage in den guten Zeiten der Kraftwerksbauten im Zillertal.“ Er erinnert sich auch gerne an die Zeit, wo der Fuhrpark mit Triebwagen und Waggons aus den Jenbacher Werken beliefert wurde.; Die Anschaffung von vier modernen Dieselloks waren wichtige Stationen, ebenso der Kauf zusätzlicher Niederflurwagen aus der Slowakei. Im Jahr 2008 kam dann der Halbstundentakt auf der Schiene. Ein großes Plus sieht Holub in der Zweigleisigkeit in den Bereichen Zell-Ramsau und Kaltenbach-Aschau. „Das ist für schmalspurige Eisenbahnbetriebe eine Ausnahmeerscheinung“, sagt er nicht ohne Stolz. Und stolz ist er auch auf das speziell entwickelte Zugsicherungssystem. Nur wenige wissen, dass es zwischen Jenbach und Mayrhofen einen Kabelstrang zur Datenübertragung gibt. Funkferngesteuerte Weichen in den Bahnhöfen zählen heute zum Um und Auf. In 20 Jahren habe man 50 Millionen investiert - und das mit Eigenmitteln.; „Ein Fokus war auch auf die Elektrifizierung gerichtet. Zum damaligen Zeitpunkt war das aber wirtschaftlich nicht vertretbar“, berichtet Wolfgang Holub. Anders ist die Situation heute. Die Fahrzeuge erreichen ihr wirtschaftliches Ende. Nach 30 bis 40 Jahren sei die Show vorbei. Hohe Treibstoffpreise und enorme Wartungskosten drängen förmlich nach Elektrifizierung. „Am Ende meiner Tätigkeit sind wir dabei, mit dem Land Tirol alle Vorteile für einen derartigen Schritt herauszuarbeiten. Für Fahrzeuge und Oberleitung wären wohl 90 bis 100 Millionen Euro erforderlich. Gewappnet muss man auch auf den Wettbewerb auf Schiene und Straße sein. Denn nach dem Jahr 2019 könnte es durchaus sein, dass ein Dritter auf der Schiene der Zillertalbahn Verkehr macht“, warnt er in seiner Zukunftsvision. Fix und fertig habe man in den Neunzigerjahren ein Dreischienengleis geplant und ausgeschrieben. Gescheitert sei das aber am Rückzieher des Bundes.; Die Ausschreibung der Buslinien beginne im heurigen Jahr und sollte bis 2016 abgeschlossen sein. Apropos Busse: Sie sind ein wichtiges Standbein der Zillertalbahn. Derzeit hält man bei 35 Bussen. Auch auf die Frage nach wirtschaftlichen Perspektiven weicht Holub nicht aus: „Im Jahr 2012 hatten wir mit einem Abgang von 800.000 Euro zu kämpfen, im Jahr 2014 dürften wir ausgeglichen bilanzieren.“ Laut denkt er über eine Fahrzeitverbesserung nach. Schnelle Pendlerzüge sollten in 36 Minuten von Mayrhofen nach Jenbach fahren, eine kürzere Fahrzeit (statt 60 nur noch 45 Minuten) sollte erreicht werden.; Anlass zur Freude waren für Holub immer wieder Investitionen, aber auch die Kehrseite der Medaille musste er erleben. „Dazu zählen der Tod von zwei Mitarbeitern und das Busunglück auf Höhe Vomp mit acht Toten im Jahr 2001“, sagt er nachdenklich.;
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