Die sechs genannten (Erz)bischöfe verleihen der Kapelle am Berg St. Peter, dem höchsten Apostelfürsten, in der Diözese Brixen gelegen, für genannte Festtage zu genannten Bedingungen einen Ablaß von 40 Tagen. Gegeben zu Rom im 3. Pontifikatsjahr (wäre 1297!) Bonifaz.VIII. ; Siegler: genannte 6 Bischöfe
Michael Varmacher zu Varmach, Gemeinde Thaur verkauft dem Wolfgang Bennehofer und dessen Gattin Margret eine ewige Gülte von 3 Pfund Berner Meraner Münz vom Gut Eyk, auf dem Weerberg (Wererperg), das derzeit Peter von Aigen innehat, um die Kaufsumme von 12 Mark 1 Pfund Berner und 6 Kreuzer.; Siegler: Oswald Ticht, LR zu Freundsberg; Zeugen: Michael Winkhler von Kolsassberg, Wolfgang Knapp, Christan Swaigkhofer an Püllen
Frau Ursula Pfund, Witwe des Blasius Knapp am Weerbern (Anweiser Anton Pfund), verkauft mit Einverständnis der Grundherrschaft des Benediktinerstiftes Georgenberg unter Abt. Alphons und Prior Plazidus dem Urban Schaller am Weerberg den Drei viertelantei1 des Kachlgutes am Weerberg um 2600 Gulden Sie hat das Gut von ihrem Vetter Anton Lindtner am 18. Februar 1793 geerbt. Das Gut grenzt im N und 0 an Georg Lintner, sonst an die gemeine Gasse. Ein Viertel des Kachlgutes gehört Matthäus Unterlechner. Die Inhaber müssen jährlich am Montag nach Dreikönig zu Fi echt bei der Baustift 4 1b Berner Stift und Grundzins, 1 1b Berner Bausteuer und 6 kr Maienpfennig an die Grundherrschaft entrichten. Weiters sind eine Schweinsschulter, drei Brote, 1 Huhn und 15 Eier an das Kloster zu stiften. Nach Schloß Friedberg sind 1 Star Roggen und 2 kr Vogteigeld im Namen des Klosters zu entrichten. Dies wird dem Georgenberger Urbarspropst Franz Anton Kl ingier vor den Zeugen Joseph Pfund, Bäcker und Michael Egger, Schustermeister zu Schwaz, gelobt. Siegler: Prälat Alphons und Konvent von Georgenberg
Privatschreiben Georo Mayrs an den Ku aten wenen eines entliehenen Mantels Rückseite: predigtentwurf wegen der bedrohlichen feindlichen Einfälle, weshalb zum Opfer beim Donnerstagsamt um 5 Uhr früh aufgerufen wird, sowie zu einem Bitt- und Kreuzgang nach Kolsass am Freitag.
Wegen des ehrenvollen Friedens wird durch das Landgericht zu einem feierlichen Dank- und Bittfest aufgerufen und der Kurat zu einer Kanzel rede über Gehorsam, Treue und Vaterlandsliebe unter Aussetzung des Allerheiligsten angehalten.
Da die bisherige Aufforderung an die Gemeinde Weerberg, Natural ien und eine Milizmannschaft zu stellen,erfolglos blieb, ersucht der Landgerichtsprovisor von Inama den Kuraten, seinen viel vermögenden Einfluß und seine Beredsamkeit einzusetzen, um die unverzügliche Erfüllung der diesseitigen Aufträge zu erreichen. Ein Aufruf zur Abhaltung einer zweckmäßigen Andacht wird beigeschlossen.
Kirchenkalender der neu errichteten Kuratie kirche am Neerberg. Es sind alle täglich zu haltenden Stiftungsmessen, die gebotenen Feiertage, die alten aufgehobenen Feiertage, die allgemeinen Opfertage und die beweglichen Feste vermerkt. Die Frühmeß beginnt im Winterhaibjahr um 5 Uhr und im Sommer eine Viertelstunde früher. Am 12. Mai ist der Kreuzgang nach Weer zu halten, am 26. Juni nach Georgenberg usw.
Verlassenschaftsabhandlung nach Ägidius Riedl, Bauer zu Igls vor dem Ght. Sonnenburg und Besitz- und Entrichtsvertrag mit Witwe Ursula geb. Viertl und genannter 7 Kinder. Laut Testament soll der älteste Sohn Joseph das Erbe im Wert von 7000 fl übernehmen und an seine Geschwister 3450 fl entrichten. Weitere Bedingungen über· Ausbildung, Aussteuer, Heimatflucht und Armenspende werden genannt. Die Lehen, genannt Gassergüter sind Graf Trapp zu Pisein grundrechtbar, weiters das halbe Tegernsee-Lehen dem Baron Johann Georg von Sternbach. Die Verlassenschaft ist mit 1475 fl Schulden belastet. Die Geschwister einigen sich schließlich auf ein Entrichtgeld von 3600 fl sowie genannte Vorbehalte bei allfälligem Verkauf
Aus der zwischen Georg Aigner, Bau er am Weerberg, als Verkäufer und Blasi Kunz! und Maria Lindner als Käufer am 18. Dez. 1792 vorgegangenen Kaufsabsprache wird der Kaufschilling zugunsten der St. Peterskirche am Weerberg in der Höhe von 100 Gulden zu übertragen. Siegler: Johann Christoph de Barde, Gerichtsschreiber
Das Konsistorium von Brixen teilt der Kuratie zu St. Peter am Weerberg, Pfarre Kol saß mit, daß zum ewigen Gedenken an Papst Pius VI. ein Ablaß zu genannten Bedingungen gewährt wird. Siegler: Conrad von Buol, Präses mit Unterschrift Unterschrift: Martin Holzel, Sekretär
Allgemeine gedruckte und ungedruckte Verordnungen mit Androhung von Sanktionen unter der Bayernherrschaft, insbesondere den Kuraten Joseph Norz am Weerberg betreffend. Diese sind meist von - 23 der Kanzel zu verlesen, so betreffend Matrikenflihrung, Abschaffung von Feiertagen, WährungsVerordnung, Pfarrstellenbesetzung, Inventarisierung, Anzeige von Deserteuren, Verbot von Gottesdiensten für das Haus ‘Österreich, Versorgung des Fi1ialkirchenvermögens, Führung der Matrikenzettel, Einschränkung der kirchlichen Ausgaben und Standeserhehung aller Priester. Weiters: Verantwortung des Kuraten Norz wegen verbotener Mette, Abschrift über die Unwetter im Sommer 1807 (Lahnbach, Inzing, Stubai), Konzept einer Trutzpredigt gegen die Franzosen und Vorladung des Kuraten Norz an das bayrische Kommissariat nach Innsbruck.
Allgemeine Verordnung, die Paragraphen des noch bestehenden österreichisehen Strafgesetzes § 199 und § 200 über die Desertion von der Kanzel zu verlesen, da viele Tiroler Jäger, welche nunmehr dem 7. leichten Infanterie-BataiHon Günther angehören, fahnenflüchtig sind.
Matthäus Schmädl am Wattenberg und seine Schwester Magdalena und Peter Wild als Gerhab, sowie die ehelichen Kinder und Geschwister Kaspar und Christi na, alle Kinder des verstorbenen Michel Schmädl verkaufen der St. Peterskirche am Weerberg 10 Pfund Berner jährliche Zinsgülte vom Gut zum Schmädl am Wattenberg um die Kaufsumme pro Pfund Gülte von 38 1b Berner und 6 kr, somit eine Gesamtkaufsumme von 38 Mark und 5 1b Berner; jährlich zu zahlen am St. Gallentag. Siegler: Augustin Eurer zu Aschach als Richter für den Gerichtsinhaber Florian Waldauf von Waldenstein, zu Rettenberg Zeugen: Michael Rätsch, Oswald Gärtlacher, Hans Melser, Thomas Hös und mehr ehrbar Leut im Gericht Rettenberg
Das königl. Landgericht Schwaz beauftragt die Kuratie Weerberg, das Verzeichnis der im Jahre 1793 geborenen männlichen Untertanen neu zu verfassen, da die Taufnamen verwechselt wurden. Künftig wird mehr Fleiß und Eifer bei der Abfassung dieser Verzeichnisse erwartet.
Vor Kurat Joseph Norz vom Weer berg, dem Gerichtsverpflichten Peter Sponring und den Weerbergern Alois Leitner, Johann Streiter, Peter Knapp und Thomas Streiter wird das Stiftungsvermögen für einen notwendigen dritten Priester in der Gemeinde Weerberg neu errechnet, da am 22. Mai 1804 die Liquidierung erfolgt war. Die Vermögensverwaltung des hauptsächlich bei der Tirolisehen Landschaft angelegten Kapitals hat Kurat Norz übernommen. 1831 Gulden stammen vom Kuraten. Das Vermögen wird mit 5300 Gulden errechnet, woraus sich 198 Gulden 30 kr Zinsen ergeben. Davon erhält der 3. Priester 171 Gulden 30 kr. Der Rest ist für Paramente, Mesner, Organist, Kirchpropst und Ministranten. Wegen Konkurses und einer 36 % Verminderung des landschaftlichen Kapitals nach Italien und Illyrier beträgt der Verlust des Stiftungsvermögens 654 Gulden Mit den seit 1804 neu errichteten Stiftungen ergibt sich ein Vermögen von 5450 Gulden Als neuer Stiftungsverrechner folgt auf Kurat Norz der Bauer Johann Streitter, welcher mit seinem Vermögen haftet. Siegler: Landgerichtsadjunkt Matthäus WallnÖfer
Vor dem LR Johann Strolz, dem Pfarrer Georg Ruff von Kolsass,dem Kuraten Joseph Norz am Weerberg, den Gerichtsverpflichten Alois Leitner und Peter Sponring, Johann Streitter als Stiftungsverrechner und den Bauern Peter Knapp und Peter Schilcher wird ein Stiftsbrief für einen 3. Priester in Weerberg errichtet. Die bereits am 22. Mai 1804 errichtete Stiftung wurde jedoch nicht konfirmiert. Die genannten Stiftungen werden zu 3 1/2 bis 4 % angelegt. Die jährlichen Zinsen ergeben nunmehr 225 Gulden 14 1/2 kr, wovon der jeweilige Kurat zum Unterhalt eines 3. Priesters 182 Gulden 45 kr erhält. Dafür sind jährlich 4 Ouatemberämter, ein Jahrtag für sämtliche Stifter und jeden Sonntag 3 Vaterunser und Ave Maria laut zu beten. Bei all fälliger Auflösung der Stiftung ist das Kapital von 6094 Gulden den Familien der Stifter zurückzuerstatten. Bei längerer Vakanz wird die jährliche Rente dem Kuraten abgezogen und kapitalisiert. Siegler: obgenannte 8 Personen mit Unterschrift Ordinariatsbewilligung vom 29. Juli 1819 und Gubernialbestätigung vom 5. Okt. 1819