Alter: 7; Familie wohnte im Hotel Wiesenhof. In beiderseitigem Einvernehmen entschlossen sich Vater und Mutter das Leben zu nehmen, dazu die Kinder. Vergifteten sich mit Veronal (Schlafmittel). Arzt konnte Ehefrau reanimieren, nicht aber die anderen. Wohnten in München, hatten finanzielle Probleme.
Alter: 38; In der Nacht geriet eine Gruppe von Männern in Streit. Bei einer Rauferei wurde der Kaminkehrergehilfe von dem Knecht Josef Mark (45 Jahre) aus Fließ durch einen Messerstich tödlich verletzt. Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 20.9.26, 8: Kindl galt ebenfalls als gewalttätig, daher mildes Urteil: 5 Monate strenger Arrest.
Alter: 21; Private Tanzunterhaltung in einem Haus, nahe am Lech. Der Korbflechter Rudolf Grießer fühlte sich gestört. Tauchte mit einer Pistole bei der Gesellschaft auf und geriet bald mit dem Opfer in Streit. Wurde von ihm mit Bierflaschen beworfen. Schoss ihn darauf in den Bauch, worauf ein schneller Tod eintrat. Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 30.3.27, 7: Täter wurde vom Totschlag freigesprochen, daher Freispruch!!! Anscheinend großes Fehlurteil.
Alter: 54; In der Wohnung der Eheleute Waibl in Pradl brach ein Brand aus. Frau wurde nur mehr tot geborgen. Alkohol dürfte im Spiel gewesen sein. Mann gestand, seiner Frau brennende Petroleumlampe nachgeworfen zu haben, wobei ihre Kleider zu brennen begannen. Versuchte zuerst Feuer zu ersticken, ging dann aber schlafen! Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 2.4.27, 13: Angeklagt war Simon Waibl, Stadtarbeiter (63 Jahre). Schleuderte die Petroleumlampe gegen seine Frau, die stark betrunken war. Täter wurde wegen fahrlässiger Tötung zu 4 Monaten schweren Kerkers verurteilt.
Alter: 23; Kellnerin. Wurde in Amras vom Eisenbahnbediensteten Franz Miksch (28 Jahre) mit einem Dolch ermordet. Hatten Beziehungsprobleme. Mann war eifersüchtig, Frau wollte aber mit ihm nichts zu tun haben. Stellte sich sofort der Polizei. Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 1.4.27, 11: Urteil 12 Jahre schwerer Kerker für Miksch.
Alter: 47; Kleinbauer Adelsberger Johann (40 Jahre) unterhielt ein Liebesverhältnis zu einer Frau der Familie Kogler (Karolina Kogler), obwohl er selber verheiratet war. Bei einer Feier der Familie Kogler stürmte der Täter das Haus und versetzte seinem Nebenbuhler eine Ohrfeige. Vater Alexander Kogler wollte schlichten und bekam einen Stich in den Unterleib. Schwerverletzt wurde er ins Kitzbüheler Spital gebracht, wo er allerdings bald verstarb. Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 23.6.27, 10: Täter hatte bereits 2 Kinder mit Karolina Kogler, ihr Vater versuchte aber weitere Kontakte zu verhindern. Hatte sich danach mehrfach beim noch lebenden Opfer entschuldigt. Urteil: 1,5 Jahre schwerer Kerker.
Alter: 21; Zwei Burschen gerieten am 20.3. in einem Gasthaus in Streit. Penz aus Mayrhofen bekam dabei von Johann Steiner (18 Jahre) aus Aschau einen Messerstich in den Kopf. Starb einen Tag später an den Verletzungen. Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 22.6.27, 10: Täter war stark alkoholisiert. Wegen zahlreicher mildernder Gründe zu 7 Monaten einfachen Kerkers verurteilt.
Alter: 24; Wurden auf der Melanser Alm erschossen aufgefunden. Waren seit ein paar Tagen abgängig. Der Mechaniker und seine Geliebte (Dienstmädchen) hatten gemeinsam Selbstmord verübt. Wurden in Schwaz begraben.
Alter: 18; Student hatte Liebesverhältnis mit der Innsbruckerin. Bei einem Besuch kam es zu einer Eifersuchtsszene, bei der der Student zuerst die Frau, dann sich selber erschoss. War Neffe des ehemaligen Landesrechnungsrates in Innsbruck.
Alter: 62; Kaufmann, wurde auf der Straße nach Pians durch Beilhiebe und Messerstiche ermordet. Geraubt wurde ihm seine Geldtasche mit einem hohen Betrag, auch in ausländischer Währung. Voraussichtlich mehrere Täter. Leiche wurde über einen Hang zum Bach hinuntergezerrt und wurde nur zufällig entdeckt. Am 14.1. wurde Karl Münster (Speditionsbeamter) verhaftet, der bald die Tat gestand. Schwurgericht in Innsbrucker Nachrichten 28.6.20, 6: Täter (28 Jahre) gestand den Raubmord. Urteil: 18 Jahre schwerer Kerker. Konnte bald darauf aus dem Gefängnis fliehen und schrieb sogar einen Brief aus Tanger, wo er nun als Geschäftsreisender bei einer französischen Firma arbeitet!
Alter: 30; Wirt des bekannten Gasthofs „Wildbichl“. Wollte in der Früh nach Kufstein, um Wein zu holen. Wurde neben seinem Pferdefuhrwerk im Straßengraben ermordet aufgefunden. Axt als Tatwaffe. Großer Geldbetrag wurde geraubt. Verdächtigter bald in Bayern verhaftet und ausgeliefert: Martin Astl (46 Jahre) aus Kufstein. Erhängte sich am 20.11.1920 in seiner Gefängniszelle.
Alter: 43; Aß mit seiner Frau am Morgen einen Teller Brennsuppe. Ging zur Arbeit, hatte aber bald Probleme. Verstarb bald an Magen-Darmproblemen. Obduktion ergab Tod durch Vergiftung, möglicherweise mit Arsen. Seine Frau konnte gerettet werden, da sie nur wenig Suppe gegessen hatte. Im Verdacht steht die Schwester der Frau. Ursula Bachler legte später Geständnis ab. Grund war Differenzen bei der Pacht des Hauses. Gerichtsverfahren in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 20.9.21, 7: Urteil: 8 Jahre schwerer Kerker.
Alter: 21; Vorerst unbekannte Leiche wurde im Wald neben der Straße St. Johann – Fieberbrunn gefunden. War kaum bekleidet, Verdacht auf Raubmord. Nach aufgefundenen Dokumenten schien er aus Jugoslawien/Ungarn zu stammen. Wurde über Fingerabdrücke erkannt. Lebte als Vagabund. Die Suche nach einem Begleiter von ihm wurde eingeleitet. Anderer Name im Schwurgerichtsverhandlung gegen Engelbert Machaczek in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 26.3.28, 11: Opfer wurde anhand der Fingerabdrücke erkannt (Polizeistelle München!). War Vagabund und wurde kurz vorher nach Salzburg ausgewiesen. Täter wurde in der Steiermark aufgegriffen, der sich als Zunec ausgab! Hatte Gegenstände des Opfers bei sich. Erschlug ihn ohne vorherige Streitereien. Beute: 1S!. Urteil: 16 Jahre schwerer Kerker.
Alter: 53; Grasl ging am Bergisel beim Kaiserjäger-Museum vorbei, als Gammer, der dort als Wachtposten eingeteilt war, ihn von hinten erschoss. Gleich anschließend jagte sich Gammer selber eine Kugel durch den Kopf. Gammer hatte am Vortag Besuch einer Frau in seinem Wachzimmer. Grasl teilte dies dem Kommandanten mit und Gammer fürchtete eine Bestrafung. Großer Konflikt mit der Volkszeitung, da Gammer Sozialdemokrat war.
Alter: 24; Grasl ging am Bergisel beim Kaiserjäger-Museum vorbei, als Gammer, der dort als Wachtposten eingeteilt war, ihn von hinten erschoss. Gleich anschließend jagte sich Gammer selber eine Kugel durch den Kopf. Gammer hatte am Vortag Besuch einer Frau in seinem Wachzimmer. Grasl teilte dies dem Kommandanten mit und Gammer fürchtete eine Bestrafung. Großer Konflikt mit der Volkszeitung, da Gammer Sozialdemokrat war.
Alter: 27; Kabelleger feierten Ende ihrer Arbeitstätigkeit in einem Gasthaus. Opfer traktierte ständig seinen Kollegen Anton Adelsberger (33 Jahre) mit Wort und Tat. Letztlich stach der Täter 2x mit einem Messer zu und verletzte ihn tödlich. Opfer stammte aus Salzburg. Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 27.3.28, 12: Urteil nicht Totschlag, sondern fahrlässige Tötung: 9 Monate schwerer Arrest für Adelsberger.