Item 285 - Dampfzüge im Kampf um Kunden

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AT GemA Mayrhofen ORTSCHRONIK MAYRHOFEN-ZA2-285

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Title

Dampfzüge im Kampf um Kunden

Date(s)

  • 2013-09-04 (Publication)
  • 2013-09 (Creation)

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Extent and medium

digital, Seite 37

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(gegründet 21. Juni 1945)

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Die Tiroler Tageszeitung (TT) ist die reichweitenstärkste Tageszeitung im Bundesland Tirol. Sie erscheint sechsmal wöchentlich mit acht lokalen Ausgaben: Schwaz, Reutte, Osttirol, Landeck, Kitzbühel, Kufstein, Imst und Innsbruck.

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Zillertalbahn-Direktor Wolfgang Holub wirft der Achenseebahn vor, ihm mit Dumpingpreisen Kunden abspenstig zu machen. Bernhard Marchi dementiert und verweist auf umfangreiche Marketingmaßnahmen.; Wenn Zillertalbahn-Direktor Wolfgang Holub über seinen Dampfzug spricht, kommt er sprichwörtlich wie die alte Lok ins Schnaufen. Der Grund: großer Personalaufwand, zu hohe Kosten bei zu wenig Einnahmen bzw. Fahrgästen. Den teuren Dampfzug leiste man sich aus Imagegründen. Inzwischen, wie berichtet, in abgespeckter Form - so fährt der Zug u. a. nur noch einmal statt zweimal täglich -, um insgesamt 150.000 Euro einzusparen. Doch selbst das reicht nicht aus. Der Nostalgiezug dampft noch immer in den roten Zahlen.; „Eine Dampfzugfahrt von Jenbach bis Mayrhofen und retour kostet uns zirka 3200 Euro. Wir haben derzeit jährlich rund 47.000 Fahrgäste und bräuchten die doppelte Menge“, erklärt Holub und nennt ein weiteres Beispiel zur Veranschaulichung: Der Silvesterzug schlage mit 12.000 Euro zu Buche, bei Erlösen von 2500 Euro. Auch bei zahlreichen weiteren touristischen Veranstaltungen wie den „Tagen des offenen Tales“ zahle man drauf.; Daran, dass die Fahrgastzahlen, die im Jahr 2000 noch bei mehr als 97.000 jährlich lagen, so gesunken sind, seien laut Holub mehrere Faktoren schuld. „Der Individualgast gibt weniger aus und fährt nur noch kurze Distanzen. Ebenso verhält es sich bei den Reisebüros. Früher war auch im Pauschalangebot die Dampfzugstrecke Jenbach-Mayrhofen inkludiert, jetzt kurze Distanzen wie Jenbach-Fügen“, sagt Holub und gibt zudem seinem Nachbarbetrieb, der Achenseebahn, eine Mitschuld am Passagierschwund der Zillertalbahn. „Die Achenseebahn fährt bei Reisebüros zum Teil mit Dumpingpreisen und nimmt uns Kunden weg“, kritisiert Holub.; Achenseebahn-Direktor Bernhard Marchi ist ob dieser Kritik äußerst überrascht. „Das ist mir völlig neu. Wir schauen, dass wir unsere offiziellen Tarife so oft wie möglich einhalten“, sagt er. Wenn ein Reisebüro öfter komme, bekomme es Preisnachlässe, räumt Marchi ein. Aber er wisse nicht, welche Kunden er der Zillertalbahn abspenstig gemacht habe. Seine Zahnradbahn schreibe eine schwarze Null - seit Jahrzehnten. Dabei ist auch dieser Nostalgiezug personalintensiv und kommt (außer für die Infrastruktur) ohne Subventionen aus.; Dass Marchis Zugpferd kein finanzielles Sorgenkind ist, kommt allerdings nicht von ungefähr. „Wir haben zwar nur ein Marketingbudget von 50.000 bis 60.000 Euro. Aber man muss im Bereich Marketing ständig am Ruder bleiben und raus aus dem Büro zu den Menschen“, meint Marchi. So reise einer seiner Mitarbeiter in Zuguniform drei Monate lang durch Tirol, Bayern und Südtirol von einem Reisebüro zum anderen. Eine weitere Mitarbeiterin vermarkte die Achenseebahn direkt im Zillertal. Auch die Homepage werde laufend neu gestaltet.; Dass mit dem Zillertaler Dampfzug eine Nostalgiebahn, die durch das wohl bekannteste und mit jährlich sieben Millionen Nächtigungen tourismusintensivste Tal Österreichs fährt, unter Fahrgastmangel leidet, wundert viele. „Im Bereich Marketing besteht hier auf jeden Fall Handlungsbedarf“, meint der Mayrhofner Tourismusverbandsobmann Andreas Hundsbichler.; Zwar bewerbe man den Zillertaler Dampfzug in fast allen Tourismusprospekten des Tales, aber beim Marketing gebe es noch viel Potenzial - unter anderem im Bereich Kongresstourismus. Zudem sollten Synergien besser genutzt werden, meint Hundsbichler.; Über das Thema Marketing werden die Verwaltungsräte der Zillertal Tourismus GmbH mit der Führung der Zillertalbahn am morgigen 5. September diskutieren. Hauptgrund für das Gespräch ist allerdings der von Holub gewünschte Zuschuss der Touristiker für den Dampfzugbetrieb. Er soll sich im Bereich von 150.000 Euro bewegen. Denn ohne dieses Geld geht dem Zug endgültig der Dampf aus. Und das will niemand.;

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